Mythen und Götter
Wir drücken schwer
dem Lehm der Zeit
gedankentief
das Siegel auf
Das Bild war klein
nun ist es groß
der Name schon
ruft es herbei
Mythen und Götter II
Wir meißeln hart
dem Stein der Zeit
gedankentief
die Inschrift ein
Das Bild war klein
nun ist es groß
Der Name schon
ruft es herbei
Sanskrit
In heiliger Lautung rinnt
Durch meine Adern wie Blut
Der Klang des Sanskrit
Indra
Im Ritt auf Indras Feuerwagen
erstürmen wir das Sternenzelt,
den Schicksalsberg umkreisend jagen
wir über eine goldne Welt.
Der Donnerhall durchbricht die Nacht,
wo Sternenstaub wie Funken glüht,
wir sind aus einem Traum erwacht
jetzt in uns Indras Feuer sprüht.
Gebete in Indien
Groß ist der Gott an den ich glaube
klein bin ich selbst von Anfang her
gib Weite mir, o Herr, und Räume
zu heben auf mein Herz zu Dir
Groß bist Du Gott an den ich glaube
ein kleiner Mensch nur bin ich selbst
Wenn einst auf Deiner Gotteswaage
mein Herz von Dir gewogen wird
dann lass es nicht nach unten sinken
lass es mit Gnad' vor Dir bestehn
Aus indischer Dichtung
Gita, 2, 47
कर्मण्येवाधिकारस्ते मा फलेषु कदाचन ।
मा कर्मफलहेतुर्भूर्मा ते सङ्गोऽस्त्वकर्मणि ॥ २-४७ ॥
Eine sehr freie Übersetzung
Du hast ein Recht auf Deine Tat,
doch auf die Früchte niemals nicht.
Treibt Dich der Lohn versiegt die Kraft,
Doch wehe dem der gar nichts schafft.
Die folgende Übersetzung ist so texttreu wie möglich
Du hast ein Anrecht auf die Tat,
doch auf die Früchte aber nie.
Früchte sei'n nicht der Grund der Tat
doch gib das Tuen niemals auf.
oder auch
Du hast ein Recht auf Deine Tat,
doch auf die Früchte niemals nicht.
mach nicht die Frucht zum Grund der Tat,
doch ende auch das Tuen nicht.
Weltliche Weisheit
विद्या ददाति विनयं विनयाद् याति पात्रताम्।
पात्रत्वाद्धनमाप्नोति धनाद्धर्मं ततः सुखम्॥
Bescheidenheit des Wissens Kind
sie zeugt sogleich die Würdigkeit.
Aus Würdigkeit Wohlsein entspringt
und daraus die Zufriedenheit.