Jürgen Böhms Heimatseiten - Texte

 

Einige Gedichte

Die kühne Frage

Gibt es im Himmel auch das Eine,
Das fragen wir uns lebenslang,
der eine fragt nach Tortenessen,
der andre fragt nach Fussballspiel,

 doch im Geheimen ihrer Seelen,
Verschämt nur wendend ab den Blick,
Steht ihnen das nur vor den Augen,
Was in der Liebe höchstes Glück,

 Nicht ätherleichte Lichtdurchdringung,
Nicht Seelenflug auf Himmelsflur,
Nur was auf Erden war das Höchste,
Für die lebend'ge Kreatur

Die Antwort auf die kühne Frage

Gäb es im Himmel nur das Eine
  er wär der Hölle ziemlich gleich
wenn Feuertrunken Du die Räume
  im Flug durchmisst des Sternenreichs
dann müssen Erd und Himmel weichen
  und Erdenlust wird Weltenbrand
In diesem heilgen Feuer brennend
  blickst Gott-Natur Du selber an
Den tiefsten-höchsten Geist erkennend
  und stillend Deine Frage dann.

Der Rang der Menschen

Den Rang der Menschen willst erkennen
willst wägen sie und richten scharf
willst ordnen sie auf einem Band an
nach einer Zahl nur messen sie.

Sei doch kein Tor nicht,
Sei doch weise,
Die Zahl nur fasst die Formen nie.

Bitte eines Teelichts

Blas mich nicht aus, um Wachs zu sparen,
ich spende Licht Dir, Wärme auch,
dem goldnen Tee, der in der Kanne wartet -
dies ist das eine Ziel in meinem Leben.

So spare nicht an meinem Wachs,
auch wenn der Kanne letzten Tropfen Du geleert,
laß mich stattdessen noch ein wenig Licht
in Deine eingewohnten Räume senden,

wo Du wie stets der Mitternacht entgegen
Mathesis dienst,
dieweil Euterpe Dir die Stunden kürzt.

Laß mich noch brennen bis aus meinem Docht
ein wenig blauer Rauch sich löst,
und gönne Deinem müden Geist - ich bitt Dich -
dann auch die Rast im warmen Dunkel einer langen Nacht.


Navbutton Zentrum Anfang Anfang Ende   mailto Webmaster     Zuletzt geändert - 12 12 2023
Impressum